zukunft

Zum 10. Jubiläum des Viertels konnten wir den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit der Stadt feiern. Die Sanierung wird weitergehen, für einige Jahre werden Baustellen eingerichtet und schrittweise wird Haus um Haus für neue Projekte und Bewohner*innen fertiggestellt und mit Leben gefüllt. Neben Sozial- und Stipendiatenwohnungen werden die Erdgeschosse Raum bieten für eine kulturelle und öffentliche Nutzung, um auch in kommenden Jahrzehnten neue Ideen und Konzepte ausprobieren zu können. Orte für soziale Projekte, Kunsträume, aber auch Flächen für Kleingewerbe und Ateliers werden zu dauerhaft günstigen Mieten zur Verfügung stehen. Wir schaffen so einen Ort, den die hier engagierten Menschen immer wieder neu erfinden und gestalten werden.

Verhandlungsergebnisse und Eigentumsfrage

Von Anfang an war klar, dass die langfristige Sicherung des Projekts untrennbar mit der Lösung der Eigentumsfrage verknüpft sein wird. Die zentralen Ziele konnten nun nach zehn Jahren Verhandlungen mit der Stadt durch den Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags über 75 Jahre erreicht werden: Erhalt und Entwicklung des Projekts über mehrere Generationen, Selbstverwaltung und Gestaltungshoheit sowie eine nutzungs- und denkmalgerechte Sanierung. So kann das Gängeviertel langfristig dem Markt entzogen und vor Privatisierung sowie wechselnden politischen Konjunkturen geschützt werden. Neben der Langfristigkeit ist der Erhalt bezahlbarer Mieten für Wohnraum und insbesondere die Schaffung eines alternativen Angebots an unkommerziellen, kulturellen und sozialen Konzepten ein Herzensziel. Damit wird ein positives Signal für eine alternative Stadtentwicklung gesetzt. Wir hoffen, dass der Vertrag als Vorbild eine Strahlkraft über unser Projekt hinaus entfalten kann.

Sanierung 2.0

Wann das Gängeviertel nach Aufhebung des Planungsstopps fertig sein wird? Das wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. So haben wir neben den Verhandlungen der vergangenen Jahre auch an den Abläufen und Prozessen der kommenden Sanierung gearbeitet. In Abstimmung mit der steg, der IFB und Vertreter*innen der Stadt werden wir dem Denkmalschutz und den Bedürfnissen der Nutzer*innen und Mieter*innen wesentlich mehr Raum geben. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten wird über eine Baukommission gesteuert – Ausschreibung und Vergabe der Flächen sollen vor Planungsbeginn stattfinden. Auf diesem Wege werden frühzeitig Partizipation und Eigenleistung ermöglicht. Die Haus- und Wohngemeinschaften gestalten gemeinsam mit den Architekten, die Häuser werden individuell saniert und ausgebaut.

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